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Waschen & Pflegen • 17. September 2020

Seidendecke pflegen: Ein Jahr zwischen Lüften und Einlagern

Bettwarentasche aus Kunststoff mit atmungsaktivem Rand

Bettwarentasche aus Kunststoff mit atmungsaktivem Rand

 

Eine Seidendecke braucht weder einen komplizierten Pflegeplan noch regelmäßige Waschtage. Viel wichtiger sind die unspektakulären Dinge: ein schützender Bettbezug, frische Luft und ein trockener Platz, wenn die Decke eine Saison lang pausiert.

Begleiten wir eine leichte Seidendecke durch ein typisches Jahr.

Jeden Morgen: Das Bett darf erst einmal offenbleiben

Nach dem Aufstehen steckt noch Feuchtigkeit im Schlafsystem. Sie befindet sich nicht nur im Bettbezug, sondern auch in Matratze und Bettdecke. Deshalb ist es sinnvoll, die Decke zurückzuschlagen oder locker über das Fußende des Bettes zu legen.

Ein vollständig und straff zugedecktes Bett sieht zwar sofort ordentlich aus, erschwert aber den Luftaustausch. Etwas Geduld am Morgen ist die einfachste Form der Bettdeckenpflege.

Das Fenster kann währenddessen geöffnet werden. Die Decke selbst muss nicht täglich nach draußen getragen werden.

Beim Beziehen: kurz prüfen statt routinemäßig reinigen

Der Wechsel der Bettwäsche ist eine gute Gelegenheit für einen kleinen Zustandscheck. Riecht die Decke neutral? Ist der Bezug trocken und sauber? Sind Nähte, Einfassung und eventuell vorhandene Bänder in Ordnung?

Wenn nichts auffällt, besteht kein Anlass zur Wäsche. Bettdecken werden nicht hygienischer, nur weil sie vorsorglich möglichst häufig in der Maschine landen. Bei handgezogenen Seidenfüllungen kann intensive mechanische Belastung, z.B. durch Maschinenwäsche, die langen Filamente auf Dauer sogar beeinträchtigen.

Der Bettbezug übernimmt den größten Teil der täglichen Schutzarbeit. Er hält direkten Kontakt mit Hautfetten, Körperpflege und anderen Verschmutzungen von der Decke fern und lässt sich problemlos häufiger waschen.

An einem trockenen Tag: gründlicher lüften

Von Zeit zu Zeit darf die Seidendecke für einige Stunden intensiver auslüften. Dafür eignet sich ein trockener, schattiger Ort mit guter Luftbewegung. Ein Wäscheständer oder mehrere breite Auflageflächen verteilen das Gewicht besser als eine einzelne schmale Leine.

Pralle Sonne ist nicht erforderlich und auch nicht gut für die Decke. Sie kann Naturfasern und Bezugsstoffe unnötig belasten. Ebenso wenig gehört die Decke direkt auf einen heißen Heizkörper.

Auslüften bedeutet auch nicht, dass Seide „selbstreinigend“ wäre. Gerüche und aufgenommene Feuchtigkeit können sich reduzieren; Flecken und fettige Rückstände verschwinden dadurch aber nicht.

Das kleine Missgeschick: zuerst das Etikett lesen

Ein umgestoßenes Getränk oder ein anderes Malheur verlangt eine konkrete Entscheidung. Jetzt gilt nicht irgendeine allgemeine Seidenregel, sondern die Pflegeanweisung der vorhandenen Bettdecke.

Manche gesteppte Seidendecken sind für eine schonende Wäsche vorgesehen. Bei hochwertigen, handgezogenen Langfaserfüllungen sollte eine Maschinenwäsche dagegen möglichst die Ausnahme bleiben. Das Problem ist vor allem die lang anhaltende Bewegung im nassen Zustand in der Maschine: Kneten und starkes Schleudern können die feinen Filamente allmählich brechen – besonders da sie, wenn sie nass sind, empfindlicher sind.

Ist eine Reinigung unvermeidlich, sind folgende Punkte wichtig:

  • Pflegeetikett vollständig beachten,
  • nur ein geeignetes Seidenwaschmittel verwenden,
  • auf Weichspüler, Hygienespüler und Wäscheparfüm verzichten,
  • Waschprogramm und Schleuderdrehzahl so gering und so schonend wie möglich halten,
  • die nasse Decke nicht auswringen oder punktuell am schweren Stoff ziehen,
  • vollständig und gleichmäßig trocknen lassen.

Eine Reinigung ist im Ernstfall selbstverständlich vernünftiger als eine dauerhaft verschmutzte oder unbrauchbare Bettdecke. Sie sollte nur nicht mit normaler Routinepflege verwechselt werden.

Im Herbst: Die Sommerdecke macht Pause

Wird die leichte Seidendecke gegen ein wärmeres Modell ausgetauscht, muss sie vollkommen trocken eingelagert werden. Restfeuchtigkeit und ein luftdichter Behälter sind eine schlechte Kombination.

Geeignet ist eine saubere, atmungsaktive Hülle, die vor Staub schützt. Die Decke sollte locker gefaltet und nicht unter schweren Bettwaren zusammengedrückt werden. Vakuumbeutel sparen Platz, pressen eine hochwertige Füllung jedoch stark zusammen und sind für längere Lagerzeiten keine empfehlenswerte Lösung.

Der Schrankplatz sollte trocken und sauber sein. Direkt neben einer kalten, möglicherweise feuchten Außenwand ist er weniger günstig.

Im nächsten Frühjahr: aufschütteln oder glatt auslegen?

Eine Seidendecke ist keine Daunendecke. Kräftiges Aufschlagen soll ist bei ihr weder nötig noch sinnvoll. Nach der Lagerung genügt es meistens, sie auszubreiten, sanft zu bewegen und gründlich auslüften zu lassen.

Bei einer ungesteppt gefertigten Decke wird die Füllung nicht durch wildes Schütteln „neu verteilt“. Zusammenhängende Seidenlagen liegen bereits über die Fläche. Eine schonende Behandlung erhält genau diesen Aufbau – während starkes Schütteln den gegenteiligen Effekt haben und die Decke beschädigen kann.

Was der Decke wirklich guttut

Regelmäßig sinnvoll Nur bei tatsächlichem Anlass
Bettbezug verwenden Bettdecke waschen
Bett morgens lüften Flecken behandeln
Decke gelegentlich im Schatten auslüften Professionelle Reinigung veranlassen
Beim Beziehen auf Schäden prüfen Reparaturen an Nähten oder Einfassung
Trocken und locker lagern Pflegezusätze einsetzen – in der Regel besser gar nicht

Die gute Pflege einer Seidendecke besteht vor allem im Schutz vor vermeidbarer Verschmutzung. Wer sie täglich atmen lässt, sauber bezieht und nicht unnötig mechanisch beansprucht, muss ihr ansonsten erstaunlich wenig Aufmerksamkeit widmen.

Warum manche Seidenfüllungen besonders zurückhaltend behandelt werden sollten, zeigt unser Beitrag Gesteppt oder ungesteppt: Wie bleibt die Seidenfüllung in der Bettdecke?. Leichte Modelle für die warme Jahreszeit finden Sie bei unseren Sommerdecken , und mehr Tips zu Seidendecken in unserem Ratgeber.

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