
Seidenkaftan Leandra von Eva B. Bitzer und Strandhose Dafne von Laetitia Beachwear
Wenn die großen Sommerferien zu Ende gehen, beginnt für viele Reisende eine besonders angenehme Urlaubszeit. In Italien sind die Tage häufig noch warm, an den Stränden wird es ruhiger und auch auf Kreuzfahrten lässt sich das Leben im Freien weiterhin genießen. Gleichzeitig verändert sich der Tagesablauf: Auf sonnige Stunden am Pool folgen ein Landgang, das Frühstück auf der Hotelterrasse oder ein Abend an Deck.
Für solche Reisen ist Kleidung gefragt, die leicht ist, wenig Platz benötigt und sich unterschiedlichen Situationen anpassen lässt. Ein Kaftan kann genau das leisten. Er wird unkompliziert über Badeanzug oder Bikini gezogen, bietet mehr Bedeckung als ein Pareo und lässt sich – je nach Material, Länge und Transparenz – auch abseits des Pools tragen.
Entscheidend ist allerdings, den Kaftan nicht nur nach seinem Muster auszuwählen. Ein langes Modell aus fließender Seide erfüllt andere Aufgaben als eine kurze Baumwolltunika. Auch die Frage, was darunter getragen wird, sollte bereits beim Packen bedacht werden.
Warum ein Kaftan im Reisegepäck so vielseitig ist
Der klassische Kaftan ist weit geschnitten und schränkt die Bewegung kaum ein. Im Unterschied zu einem körpernahen Sommerkleid muss er nicht bei jeder Mahlzeit oder jeder Temperaturveränderung neu angepasst werden. Je nach Schnitt lässt er sich offen, locker fallend oder mit einem Bindegürtel tragen.
Am Pool übernimmt er zunächst eine praktische Aufgabe: Er macht aus der Bademode mit wenigen Handgriffen ein angezogenes Ensemble. Das ist angenehm, wenn der Weg vom Zimmer durch die Hotellobby führt, ein Getränk an der Bar bestellt wird oder sich an den Strandbesuch noch ein kleiner Spaziergang anschließt.
Auch auf einer Kreuzfahrt sind die Wege oft kurz, die Kleidungssituationen aber sehr verschieden. Zwischen Sonnenliege, Kabine, Café und einem windigeren Platz an Deck möchte kaum jemand jedes Mal das vollständige Outfit wechseln. Ein Kaftan lässt sich schnell überziehen und ebenso schnell wieder ablegen.
Für den Wechsel vom Pool zum Restaurant gilt dennoch: Ein Kaftan über Badebekleidung ist nicht automatisch ein vollständiges Tagesoutfit. In vielen Hotels und an Bord wird beim Frühstück oder Mittagessen trockene, reguläre Kleidung erwartet. Hier kommt es darauf an, wie blickdicht das Modell ist und was darunter getragen wird.
Am Pool: am besten über möglichst trockener Bademode
Kaftane werden häufig als Strand- und Poolkleidung angeboten. Bei empfindlichen Materialien bedeutet das jedoch nicht, dass sie dauerhaft auf einen tropfnassen Badeanzug gehören. Chlor- und Salzwasser, Sonnencreme sowie Körperöle können Flecken oder Ränder hinterlassen. Besonders bei bedruckter Seide empfiehlt es sich, die Bademode zunächst etwas abtrocknen zu lassen.
Für den unmittelbaren Weg aus dem Wasser kann ein unkompliziertes Modell aus feiner Baumwolle oder einem entsprechend pflegeleichten Material praktischer sein. Ein seidener Kaftan eignet sich vor allem für die Zeit vor und nach dem Baden: für die Sonnenliege, einen Gang über die Hotelanlage oder den Aperitif am frühen Abend.
Sonnencreme sollte möglichst eingezogen sein, bevor der Stoff darüberfällt. Das schützt nicht nur Seide, sondern auch feine Baumwollgewebe und aufwendige Drucke vor schwer entfernbaren Rückständen.
Beim Frühstück und auf der Hotelterrasse
Ein langer Kaftan wirkt auf den ersten Blick wie ein vollständiges Kleid. Ob er tatsächlich ohne weitere Kleidung getragen werden kann, hängt jedoch vom einzelnen Modell ab. Helle Farben, feine Gewebe und lockere Schnitte können im Gegenlicht deutlich transparenter erscheinen als im Hotelzimmer.
Für das Frühstück auf der Terrasse gibt es deshalb mehrere Möglichkeiten:
- Ein blickdichter Kaftan kann mit flachen Sandalen und einer schlichten Tasche als unkompliziertes Kleid getragen werden.
- Unter ein leicht transparentes Modell gehört ein passendes Unterkleid.
- Eine kürzere Tunika lässt sich mit einer leichten, weit geschnittenen Hose kombinieren.
- Über Badebekleidung bleibt der Kaftan ein Pooloutfit und nicht unbedingt die richtige Kleidung für das Restaurant.
Gerade ein schlichtes Unterkleid erweitert die Einsatzmöglichkeiten erheblich. Aus einem Strandbegleiter wird damit ein leichtes Sommerkleid, das auch für ein Café, einen Spaziergang entlang der Promenade oder einen ruhigen Abend im Hotel geeignet sein kann. Das Unterkleid sollte allerdings nicht nur farblich passen. Auch Ausschnitt, Träger und Länge müssen so gewählt werden, dass sie unter dem Kaftan nicht unbeabsichtigt hervortreten.
Beim Landgang entscheidet nicht allein die Länge
Die Vorstellung, einen langen Kaftan direkt vom Pool zum Landgang weiterzutragen, klingt verlockend. In der Praxis lohnt sich ein genauer Blick auf Stoff und Schnitt. Länge allein sorgt weder für Blickdichte noch für einen angezogenen Eindruck.
Für einen Stadtbummel kann ein Kaftan mit Unterkleid gut funktionieren. Bei kürzeren Modellen bieten sich eine leichte Hose oder schlichte Shorts an. Für Kirchen, Klöster und andere religiöse Stätten gelten teilweise besondere Kleidungsregeln. Ein Kaftan kann Schultern und Beine bedecken, doch transparente Stoffe, tiefe Ausschnitte oder hohe Seitenschlitze bleiben dabei zu beachten.
Auch das Schuhwerk verändert den Charakter. Mit flachen Ledersandalen, einer zurückhaltenden Tasche und wenig Schmuck wirkt ein langer Kaftan eher wie ein Sommerkleid. Badeschuhe, eine große Strandtasche und ein sichtbarer Badeanzug ordnen dasselbe Kleidungsstück dagegen eindeutig dem Pool zu.
Für längere Besichtigungen sollte außerdem die Alltagstauglichkeit geprüft werden: Kann man in dem Modell bequem Treppen steigen? Ist der Saum für Kopfsteinpflaster geeignet? Bleibt der Stoff auch bei Wind gut kontrollierbar? Ein sehr langer, weiter Kaftan ist für eine Hotelterrasse oder ein Schiffsdeck unter Umständen besser geeignet als für mehrere Stunden in einer belebten Altstadt.
Am Abend an Deck
Am späten Nachmittag und Abend zeigt sich eine weitere Stärke langer Kaftane. Ihr großzügiger Schnitt lässt sich gut über leichter Urlaubskleidung tragen, ohne dass mehrere feste Lagen übereinanderliegen. Mit einem Bindegürtel kann die Silhouette stärker betont werden; ohne Gürtel bleibt das Modell weit und fließend.
Ein Kaftan ersetzt allerdings keine Jacke. Auf einem Schiffsdeck kann es auch nach einem warmen Tag deutlich windiger werden. Ein feiner Schal, eine leichte Strickjacke oder ein dünner Cardigan gehört deshalb weiterhin ins Gepäck. Bei auffällig gemusterten Kaftanen empfiehlt sich dafür eine ruhige Farbe, die einen Ton des Drucks aufnimmt oder sich neutral zurückhält.
Für formellere Abendveranstaltungen an Bord gelten je nach Reise eigene Kleidungsempfehlungen. Ein langer Seidenkaftan kann für einen ungezwungenen Abend sehr passend sein, ist aber nicht automatisch Ersatz für die eventuell gewünschte Abendgarderobe.
Reine Seide oder feine Baumwolle?
Das Material beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch das Packmaß, den Fall und den Umgang unterwegs.
Kaftane aus reiner Seide
Seide eignet sich für lange, fließende Modelle, weil bereits ein relativ leichtes Gewebe weich fallen kann. Bedruckter Seidensatin bringt Farben und Muster anders zur Geltung als eine matte Baumwollqualität. Im Koffer nimmt ein ungefütterter Seidenkaftan meist wenig Raum ein und kann dadurch mehrere schwerere Kleidungsstücke ersetzen.
Die Kehrseite dieser Leichtigkeit ist eine größere Empfindlichkeit. Sonnencreme, Öl, Deodorant, Parfüm sowie Chlor- und Salzwasser sollten möglichst nicht direkt auf das Material gelangen. Auch punktuelles Reiben an einem Fleck kann sichtbare Spuren verursachen.
Je nach Gewebe, Farbe und Druck kann Seide außerdem leicht transparent sein. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern eine Eigenschaft vieler feiner Stoffe. Vor der Reise sollte das Modell deshalb bei Tageslicht und möglichst auch im Gegenlicht anprobiert werden.
Kaftane aus feiner Baumwolle
Baumwollkaftane wirken häufig etwas matter und lässiger. Je nach Webart können sie weich fließen oder einen etwas klareren Stand besitzen. Sie eignen sich gut für Strand, Hotelanlage und unkomplizierte Tageskombinationen.
Baumwolle ist jedoch nicht automatisch blickdicht oder völlig unempfindlich. Feiner Voile kann ebenfalls transparent sein, und Stickereien, Besätze oder besondere Drucke können eine schonende Pflege verlangen. Maßgeblich bleibt deshalb immer das Pflegeetikett des konkreten Kleidungsstücks.
Wer den Kaftan überwiegend direkt über der Bademode tragen möchte, wird häufig mit einer unkomplizierten Baumwollqualität gut zurechtkommen. Soll das Modell dagegen auch als leichtes Kleid für die Hotelterrasse oder einen Abend dienen, kann der fließende Fall von Seide den größeren Ausschlag geben.
Lang und fließend oder kurz wie eine Tunika?
Lange Kaftane schaffen mit einem einzigen Kleidungsstück ein fast vollständiges Erscheinungsbild. Sie bedecken die Beine, lassen sich häufig mit einem Gürtel verändern und benötigen nur wenige weitere Kombinationsteile. Im Reisegepäck sind sie deshalb interessant, wenn mit möglichst wenigen Stücken mehrere Urlaubssituationen abgedeckt werden sollen.
Dafür muss die Länge zur Trägerin passen. Ein Kaftan mit einer Gesamtlänge von etwa 135 Zentimetern fällt bei einer größeren Frau anders als bei einer kleineren. Vor der Reise sollte deshalb nicht nur vor dem Spiegel gestanden, sondern auch darin gegangen, eine Treppe genommen und probeweise Platz genommen werden. Der Saum sollte weder über den Boden schleifen noch beim Aufstehen ständig unter dem Schuh geraten.
Kürzere Tuniken lassen mehr vom Bein und von der darunter getragenen Kleidung sehen. Sie sind beweglicher und oft unkomplizierter für Ausflüge, benötigen aber eine passende Hose, Shorts oder einen Rock. Dadurch entsteht ein zusätzliches Kombinationsteil im Koffer.
Auffällige Drucke sind im Urlaub erstaunlich einfach
Ein großflächiger Blumen- oder Animal-Print mag für den Alltag zunächst anspruchsvoll wirken. Im Urlaub ist er häufig leichter zu kombinieren als erwartet. Der Druck übernimmt bereits den größten Teil der Gestaltung; die übrigen Teile dürfen schlicht bleiben.
Eine Sandale in Naturleder, Schwarz oder einer Farbe aus dem Muster genügt meist. Gleiches gilt für die Tasche. Schmuck, Sonnenbrille und Hut müssen nicht zusätzlich miteinander konkurrieren. Gerade bei einem großen, fließenden Kleidungsstück wirkt ein ruhiger Rahmen oft überzeugender als eine Vielzahl auffälliger Accessoires.
Zugleich sind Drucke auf Reisen praktisch, weil ein einzelner Kaftan mit unterschiedlichen Unterlagen verschieden wirken kann. Über einem schwarzen Badeanzug entsteht ein anderes Bild als über einem hellen Unterkleid oder zusammen mit einer einfarbigen Hose.
Leandra und Leonissima: zwei Beispiele für lange Seidenkaftane
Wie unterschiedlich ein ähnlicher Grundschnitt wirken kann, zeigen zwei Modelle von Eva B. Bitzer.
Der Seidenkaftan Leandra besteht aus bedrucktem Seidensatin aus reiner Seide. Der apricotfarbene Grund und der orange-lilafarbene Blumenprint wirken warm und spätsommerlich. Das etwa 135 Zentimeter lange Modell besitzt kurze Ärmel und einen Bindegürtel. Da der Stoff leicht transparent ist, eignet sich Leandra über Badebekleidung oder – für Frühstück, Café und Abend – zusammen mit einem passenden Unterkleid.

Seidenkaftan Leandra von Eva B. Bitzer
Der ebenfalls etwa 135 Zentimeter lange Seidenkaftan Leonissima interpretiert den Animal-Print zurückhaltender, als es ein klassisches Leopardenmuster erwarten lässt. Schwarz, Nougat, Rosa und Taupe stehen auf einem ecrufarbenen Grund. Der V-Ausschnitt und der Bindegürtel erlauben eine locker fallende oder stärker taillierte Trageweise. Das Muster lässt sich besonders einfach mit schwarzen, cremefarbenen oder taupefarbenen Begleitstücken kombinieren.

Seidenkaftan Leonissima von Eva B. Bitzer
Beide Modelle veranschaulichen, wie Farbe und Druck die Wirkung eines langen Seidenkaftans verändern. Sie stehen jedoch nur beispielhaft für die verschiedenen Längen, Materialien und Stilrichtungen, die in der Kaftan-Auswahl von Seidenland zu finden sind.
So kommt der Kaftan gut durch die Reise
Ein Kaftan benötigt im Koffer wenig Platz, sollte aber nicht achtlos in eine Lücke gestopft werden. Vor allem bei Seide helfen einige einfache Vorkehrungen:
- Sauber und vollständig trocken einpacken: Rückstände von Sonnencreme oder Feuchtigkeit sollten nicht mehrere Tage im zusammengelegten Stoff verbleiben.
- Den Gürtel separat locker einrollen: Ein fest verknoteter Gürtel hinterlässt Knicke und kann Druckstellen im übrigen Stoff verursachen.
- Möglichst wenige harte Falten legen: Seidenkaftane können locker um andere leichte Kleidungsstücke gelegt oder mit glattem Seidenpapier gefaltet werden.
- Nicht unter Schuhe oder schwere Kulturbeutel packen: Am besten liegt das Modell im oberen Bereich des Koffers oder in einer glatten Kleiderhülle.
- Nach der Ankunft aufhängen: Viele leichte Knitterfalten entspannen sich bereits, wenn der Kaftan über Nacht auf einem breiten Bügel hängt.
Beim Bügeln gilt grundsätzlich das Pflegeetikett. Seide sollte nicht mit Wasser eingesprüht werden. Auch austretende Tropfen aus einem Dampfbügeleisen können sichtbare Wasserflecken hinterlassen. Falls Bügeln zulässig und erforderlich ist, wird mit der vorgesehenen niedrigen Temperatur und ohne Tropfwasser gearbeitet.
Was tun, wenn unterwegs ein Fleck entsteht?
Bei einem empfindlichen Seidenkaftan ist eine hektische Fleckbehandlung oft riskanter als der Fleck selbst. Kräftiges Reiben, Hotelseife, Shampoo oder ein beliebiger Fleckenstift können Farbe und Oberfläche verändern. Auch das punktuelle Durchnässen einer einzelnen Stelle kann Ränder hinterlassen.
Besser ist es, Flüssigkeit zunächst vorsichtig mit einem sauberen, saugfähigen Tuch aufzunehmen und anschließend nach dem Pflegeetikett vorzugehen. Bei Leandra und Leonissima ist eine Wäsche bei 30 Grad mit Seidenwaschmittel angegeben; die genauen Programme unterscheiden sich jedoch. Schon dieses Beispiel zeigt, warum die Anleitung des einzelnen Kleidungsstücks Vorrang vor allgemeinen Pflegetipps hat.
Für Seide gehört ein geeignetes, enzymfreies Seidenwaschmittel in Reisegröße ins Gepäck. Vollwaschmittel, Colorwaschmittel und viele Universalwaschmittel sind für Seide nicht geeignet. Nach der Wäsche wird das Kleidungsstück nicht ausgewrungen und nicht tropfnass an einem schmalen Bügel aufgehängt. Überschüssiges Wasser lässt sich vorsichtig in einem sauberen Handtuch aufnehmen.
Eine kleine Anprobe vor dem Packen spart zusätzliche Kleidung
Seit 2008 beschäftigt sich Seidenland mit Seide, Naturfasern und den Unterschieden zwischen feinen Textilqualitäten. Gerade bei Kaftanen zeigt sich, dass eine reine Materialangabe noch nicht verrät, wie vielseitig ein Modell tatsächlich ist. Schnitt, Länge, Transparenz und Pflege entscheiden gemeinsam darüber, ob es nur am Pool oder auch beim Frühstück und am Abend getragen werden kann.
Am besten wird der Kaftan deshalb bereits zu Hause mit den vorgesehenen Urlaubsteilen anprobiert: mit Badeanzug, Unterkleid, Hose, Sandalen und einer leichten Jacke. Dabei zeigt sich schnell, ob die Farben zusammenpassen, der Stoff im Gegenlicht ausreichend bedeckt und die Länge im Alltag funktioniert.
Ist diese Kombination einmal zusammengestellt, wird der Kaftan tatsächlich zu einem der nützlichsten Stücke im Spätsommergepäck. Nicht weil er für jede Gelegenheit dieselbe Lösung bietet, sondern weil er sich mit wenigen, bewusst gewählten Ergänzungen vom Poolbegleiter zum leichten Urlaubskleid verändern lässt.


