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Waschen & Pflegen • 12. Oktober 2023

Seidenlaken waschen: So pflegen Sie ein Spannbettlaken aus Seide

Ein Seiden-Spannbettlaken richtig waschen - einfacher als gedacht

Ein Seiden-Spannbettlaken richtig waschen – einfacher als gedacht

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Seidenlaken braucht kein eigenes Waschstudium. Wenn das Pflegeetikett die Maschinenwäsche erlaubt, lässt es sich in der Regel unkompliziert im Seidenprogramm reinigen. Entscheidend sind das richtige Waschmittel, eine niedrige Temperatur und möglichst wenig Reibung.

Im deutschen Schlafzimmer ist mit einem Laken heute meist ein Spannbettlaken mit eingearbeitetem Gummizug gemeint. Glatte Betttücher, wie sie etwa in amerikanischen Bettwäsche-Sets üblich sind, kommen hier seltener vor. Die grundlegenden Waschregeln sind zwar dieselben, beim Spannbettlaken verdienen aber auch die gerafften Ränder und der elastische Abschluss etwas Aufmerksamkeit.

Vor dem Waschen entscheidet das Pflegeetikett

Nicht jeder Seidenstoff verträgt dieselbe Behandlung. Färbung, Webart, Ausrüstung und Verarbeitung bestimmen mit, bei welcher Temperatur ein fertiges Laken gewaschen werden darf. Hinzu kommt beim Spannbettlaken der eingenähte Gummizug. Deshalb steht am Anfang immer der Blick auf das Pflegeetikett.

Die Seidenfaser selbst verträgt häufig mehr, als ihr empfindlicher Ruf vermuten lässt. Der begrenzende Faktor ist oftmals die Färbung: Kräftige oder dunkle Töne können bei zu warmem Wasser an Intensität verlieren. Farbige Seidenlaken werden daher am besten kalt oder bei höchstens 30 °C gewaschen. Naturweiße Qualitäten dürfen je nach Hersteller auch bei 40 °C bis 60° C in die Maschine. Gibt das Etikett eine niedrigere Temperatur oder ausschließlich Handwäsche vor, ist diese Angabe maßgeblich.

Auch ungewöhnliche Stoffe benötigen mitunter eine abweichende Pflege. Ein handgewebtes Textil aus indischer Bouretteseide lässt sich beispielsweise nicht mit einem maschinell gefertigten Spannbettlaken aus glattem Seidensatin gleichsetzen. Eine allgemeine Aussage über „die Seide“ kann das konkrete Pflegeetikett daher nicht ersetzen.

 

Seidenlaken Geeignete Vorgehensweise
farbiges Spannbettlaken kalt oder bis 30 °C waschen
naturweißes Spannbettlaken je nach Herstellerangabe 40 °C oder mehr
geeignetes Programm Seidenprogramm
kein Seidenprogramm vorhanden Wollprogramm mit reduzierter Schleuderzahl
Waschmittel flüssig, enzymfrei und ausdrücklich für Seide geeignet
weitere Wäsche in der Trommel nur farblich passende Seidenbettwäsche mit gleichen Pflegeangaben

Das falsche Waschmittel kann Seide zerstören

Seide ist eine Eiweißfaser. Enzyme, die in vielen Waschmitteln eiweißhaltige Verschmutzungen lösen sollen, können deshalb auch die Faser selbst angreifen. Vollwaschmittel und enzymhaltige Feinwaschmittel gehören nicht an ein Seidenlaken. Bei wiederholter Verwendung kann das Gewebe mürbe werden, seinen Glanz verlieren und schließlich schneller reißen.

Geeignet ist ein flüssiges Seidenwaschmittel oder ein handelsübliches Wollwaschmittel, das laut Verpackung auch für Seide verwendet werden darf und keine Enzyme enthält. Sehr spezielle, stark rückfettende Mittel für grobe Wolltextilien sind dagegen nicht die richtige Wahl.

Mehr hilft beim Dosieren ebenfalls nicht mehr. Seiden- und Wollprogramme sind vergleichsweise kurz und bewegen die Wäsche nur behutsam. Bei einer zu großzügigen Waschmittelmenge können deshalb Rückstände im Stoff verbleiben – das Gewebe wird seifig-glitschig… und das will ja wohl niemand. Das Mittel sollte entsprechend der Wasserhärte und der Herstellerangabe sparsam dosiert werden. Überdosierte Waschmittel sollte man vor der weiteren Verwendung mit einem weiteren schonenden Seidenwaschgang und ohne neue Waschmittelzugabe herauswaschen.

Warum Handtücher keine gute Gesellschaft sind

Vor dem Waschen lohnt es sich, das Spannbettlaken einmal auszuschütteln. Gerade in den gerafften Ecken können sich Haare, Fusseln und kleine Rückstände sammeln. Anschließend kommt das Laken locker in die Trommel. Es sollte weder zu einem festen Paket zusammengedrückt noch von einer vollen Waschladung eingeklemmt werden.

Baumwolle ist im nassen Zustand härter und rauer als eine glatte Seidenoberfläche. Frotteehandtücher, Jeans oder andere robuste Textilien reiben während der Trommelbewegung am feinen Gewebe. Das zerkratzt die Oberfläche nicht im wörtlichen Sinne wie ein harter Gegenstand, kann sie aber nach und nach aufrauen. Das Laken wirkt dann schneller stumpf und verliert einen Teil seines gleichmäßigen Schimmers.

Ein Seidenlaken wird deshalb am besten allein oder zusammen mit geeigneter Seidenbettwäsche gewaschen. Dabei gelten einige einfache Regeln:

  • nur Teile mit übereinstimmenden Pflegeangaben zusammengeben,
  • helle und kräftige Farben voneinander trennen,
  • keine Wäschestücke mit Reißverschlüssen, Haken oder rauen Oberflächen hinzufügen,
  • die Trommel nicht überladen,
  • Seidenprogramm oder ersatzweise ein sanftes Wollprogramm wählen,
  • die Schleuderzahl niedrig halten.

Ein Wäschenetz schützt kleine Seidentops, Slips oder BHs davor, sich in der Maschine zu verfangen. Für ein großes Spannbettlaken ist es meist unpraktisch. Nur in einem wirklich geräumigen Netz könnte sich der Stoff noch ausreichend bewegen. In einen kleinen Beutel gestopft, wird das Laken weder gleichmäßig durchfeuchtet noch gründlich ausgespült.

Gemeinsam waschen – aber nur, wenn die Farbe passt

Ein Spannbettlaken und die dazugehörigen Kissenbezüge können gemeinsam gewaschen werden, sofern Farbe und Pflegeetiketten zusammenpassen. Dadurch werden die Bestandteile einer Garnitur ähnlich häufig gereinigt. Das kann verhindern, dass ein einzelnes Teil mit der Zeit etwas heller oder matter erscheint als der Rest.

Kissenbezüge kommen unmittelbar mit Gesicht, Haaren und gegebenenfalls Nachtpflegeprodukten in Berührung. Deshalb werden sie oft häufiger gewechselt als Laken und Bettbezüge. Mehrere passende Kissenbezüge sind dafür eine praktische Lösung: Sie lassen sich abwechselnd verwenden, ohne bei jedem Wechsel gleich die gesamte Seidenbettwäsche waschen zu müssen.

Ist Handwäsche schonender als die Waschmaschine?

Nicht zwangsläufig. Eine gute Waschmaschine bewegt das Laken im Seidenprogramm gleichmäßig, hält die gewählte Temperatur zuverlässig ein und schleudert mit verminderter Drehzahl. Eine kräftige oder ungeduldige Handwäsche kann den Stoff deutlich stärker beanspruchen.

Wer sein Seidenlaken von Hand waschen möchte, sollte eine saubere Wäschewanne oder eine ausreichend große Kunststoffschüssel verwenden. Darin braucht das Gewebe genügend Platz, um vorsichtig durch das Wasser bewegt zu werden. Reiben, Kneten, Verdrehen und Auswringen sind zu vermeiden. Nasse Seide ist schwer, und gerade beim Anheben eines großen Spannbettlakens können einzelne Stellen unnötig unter Zug geraten.

Die Badewanne klingt zunächst geräumig, ist in der Praxis aber wenig bequem. Ein vollgesogenes Laken aus der Tiefe herauszuheben und anschließend ohne Ziehen oder Verdrehen zu handhaben, verlangt mehr Geschick als ein passend eingestelltes Maschinenprogramm.

Flecken niemals punktuell herausreiben

Ein Klecks auf dem Laken verleitet schnell dazu, konzentriertes Waschmittel oder Fleckenentferner direkt auf die betreffende Stelle zu geben. Bei gefärbter Seide kann danach jedoch nicht nur der Fleck, sondern auch ein Teil der Farbe verschwunden sein. Starkes Reiben verändert zusätzlich die Oberfläche und hinterlässt mitunter eine hellere oder stumpfe Stelle.

Flecken sollten deshalb nicht punktuell geschrubbt oder mit unverdünntem Waschmittel bearbeitet werden. Besser ist es, das ganze Laken möglichst zeitnah und entsprechend seinem Pflegeetikett zu waschen. Bei einer hartnäckigen Verunreinigung ist fachkundiger Rat vernünftiger als eine Reihe immer kräftigerer Hausmittel.

Nach der Wäsche behutsam herausnehmen

Nach Programmende sollte das Spannbettlaken nicht längere Zeit zerknittert in der Trommel liegen. Nehmen Sie es vorsichtig heraus, lockern Sie die gerafften Kanten und ziehen Sie nicht kräftig am Gummizug. Auswringen ist auch jetzt keine gute Idee.

Seide wird gewöhnlich an der Luft, ohne pralle Sonne und ohne unmittelbare Heizungswärme getrocknet. Wie sich ein großes Spannbettlaken dabei am besten auf dem Wäscheständer unterbringen lässt, ist noch einmal eine eigene praktische Frage – sinnvoll ist es aber immer harte Kanten durch das Unterlegen von z.B. einem großen Handtuch abzumildern.

Weitere Informationen zu verschiedenen Seidenqualitäten und Pflegeangaben finden Sie in unserem Ratgeber über das Waschen von Seidenbettwäsche. Auch der Blogbeitrag über Seidenbettwäsche der Plauener Seidenweberei gibt Einblick in die dort beschriebenen Bettwäschequalitäten.

Seidenlaken zu waschen ist damit keine komplizierte Sonderaufgabe. Die größte Sorgfalt verlangt nicht der eigentliche Waschgang, sondern die Auswahl von Programm, Temperatur und Waschmittel. Bleiben außerdem Handtücher und andere grobe Textilien draußen, hat das feine Gewebe gute Aussichten, seinen glatten Griff und ruhigen Glanz lange zu bewahren.

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