Die richtige Sommerdecke finden
Sommerdecken – Kaufberatung und Materialvergleich
Eine Sommerdecke gehört zu den Bettwaren, über die viele Menschen erst nachdenken, wenn die Nächte zu warm werden. Dann wird die Winterdecke plötzlich als unangenehm empfunden, das Schlafzimmer heizt sich auf und der Schlaf wird unruhiger. Schnell entsteht der Wunsch nach einer möglichst dünnen oder besonders leichten Bettdecke.
Ganz so einfach ist die Auswahl allerdings nicht.
Eine leichte Bettdecke ist nicht automatisch kühl. Ebenso wenig ist eine besonders dünne Decke zwangsläufig die beste Lösung gegen nächtliches Schwitzen. Entscheidend ist immer, warum Ihnen nachts zu warm wird und welche Eigenschaften Ihre neue Sommerdecke mitbringen sollte.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es wirklich ankommt und welche Sommerdecke zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
Wann lohnt sich eine Sommerdecke?
Viele Menschen verwenden das ganze Jahr dieselbe Bettdecke. Das funktioniert durchaus, solange das persönliche Wärmeempfinden und die Raumtemperatur dazu passen.
Steigen die Temperaturen im Sommer deutlich an oder heizt sich das Schlafzimmer stark auf, kann eine Winter- oder Ganzjahresdecke jedoch schnell zu warm werden. Der Körper gibt während des Schlafs ständig Wärme und Feuchtigkeit ab. Kann diese Wärme nicht ausreichend entweichen, entsteht ein unangenehm warmes Schlafklima.
Eine Sommerdecke besitzt deshalb in der Regel einen geringeren Wärmerückhalt als eine Winterdecke. Gleichzeitig soll sie weiterhin angenehm am Körper liegen und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Schließlich schlafen die wenigsten Menschen gerne ganz ohne Decke.
Kann ich im Sommer nicht einfach ein Laken oder den Bettbezug verwenden?
Diese Frage hören wir regelmäßig. Tatsächlich reicht in besonders heißen Nächten vielen Menschen ein Laken oder sogar nur der leere Bettbezug als Zudecke.
Für den gesamten Sommer ist das jedoch oft keine ideale Lösung.
Auch nach sehr heißen Tagen sinken die Nachttemperaturen in Deutschland häufig auf etwa 15 °C oder sogar darunter. Besonders in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sechs Uhr erreicht die Temperatur oft ihren Tiefpunkt. Während ein Laken oder ein leerer Bettbezug am Abend noch angenehm erscheinen, kann es in den frühen Morgenstunden bereits zu kühl werden. Viele Menschen wachen dann auf oder schlafen unruhiger.
Eine Sommerdecke muss deshalb nicht nur für die höchste Temperatur des Tages geeignet sein, sondern für den gesamten Temperaturverlauf einer Sommernacht. Sie soll genau so viel Wärme bieten, dass sie auch in den kühleren Morgenstunden noch angenehm bleibt, ohne unnötig Wärme zu speichern.
Wenn selbst eine Sommerdecke zu viel ist
Für besonders heiße Nächte gibt es neben klassischen Sommerdecken noch eine sehr leichte Alternative: Sommerplaids oder besonders leichte Zudecken, die ohne Bettwäsche verwendet werden.
Ein Beispiel hierfür ist die Bella Donna Sommerdecke von Formesse. Sie besitzt eine Oberseite aus Baumwolljersey und eine Unterseite aus Lyocelljersey. Dazwischen befindet sich lediglich eine hauchdünne Vliesschicht, die alles zusammenhält. Dadurch entsteht eine besonders leichte und anschmiegsame Sommerdecke, die etwas mehr Wärme bietet als ein leerer Bettbezug, aber deutlich luftiger ist als eine klassische Bettdecke.
Da sie ohne zusätzlichen Bettbezug verwendet wird, ist sie besonders unkompliziert in der Pflege und eignet sich hervorragend für die heißesten Nächte des Jahres. Wer dagegen auch an kühleren Sommermorgen noch etwas mehr Wärme benötigt, ist mit einer klassischen Sommerdecke meist besser beraten.
Muss eine Sommerdecke möglichst dünn sein?
Nicht unbedingt.
Eine der häufigsten Fehlannahmen ist, dass eine besonders dünne Bettdecke automatisch die kühlste Bettdecke sein muss.
Tatsächlich bestimmen mehrere Faktoren, wie warm oder kühl eine Decke empfunden wird. Dazu gehören unter anderem die Füllung, der Bezugsstoff, die Konstruktion der Decke und das persönliche Wärmeempfinden.
Eine sehr leichte Daunendecke kann beispielsweise trotz ihres geringen Gewichts mehr Wärme speichern als eine etwas schwerere Decke mit einer anderen Füllung.
Das Füllgewicht allein sagt deshalb nur wenig darüber aus, wie warm eine Sommerdecke tatsächlich ist.
Warum schwitze ich überhaupt nachts?
Diese Frage klingt zunächst selbstverständlich, ist für die Auswahl der richtigen Bettdecke aber entscheidend.
Nicht jedes nächtliche Schwitzen hat dieselbe Ursache.
Manche Schlafzimmer heizen sich im Sommer stark auf, etwa in Dachgeschosswohnungen oder schlecht verschatteten Räumen. In solchen Fällen stößt auch die beste Sommerdecke irgendwann an ihre Grenzen.
Auch gesundheitliche Ursachen, hormonelle Veränderungen oder Medikamente können nächtliches Schwitzen beeinflussen. Eine Bettdecke kann solche Ursachen nicht beseitigen.
In der Beratung stellen wir deshalb zunächst eine andere Frage:
Welche Bettdecke verwenden Sie aktuell und womit sind Sie zufrieden – und womit nicht?
Erst wenn klar ist, was genau als störend empfunden wird, lässt sich beurteilen, ob eine andere Füllung, ein geringerer Wärmerückhalt oder eine höhere Atmungsaktivität sinnvoll sein können.
Zu warm oder wechselnd zu warm?
Nicht jeder, der nachts schwitzt, benötigt dieselbe Bettdecke.
Wer grundsätzlich immer zu warm schläft, profitiert meist von einer Decke mit geringerem Wärmerückhalt.
Wer dagegen in einer Nacht friert und in der nächsten schwitzt, sollte weniger auf eine möglichst dünne Decke achten als auf Materialien mit gutem Temperaturausgleich. Solche Materialien können Temperaturschwankungen besser ausgleichen und sorgen häufig für ein ausgeglicheneres Schlafklima.
Diese Unterscheidung ist für die Auswahl oft wichtiger als das Material allein.
Welche Eigenschaften sind wirklich wichtig?
Viele Hersteller werben mit besonders leichten oder besonders hochwertigen Materialien.
Im Alltag entscheiden jedoch andere Eigenschaften darüber, wie angenehm eine Sommerdecke empfunden wird.
Dazu gehören vor allem:
- Wärmerückhalt
- Atmungsaktivität
- Feuchtigkeitsmanagement
- Anschmiegsamkeit
- Gewicht
- Pflegeeigenschaften
Je nach persönlichem Wärmeempfinden können einzelne Eigenschaften wichtiger sein als andere.
Welche Rolle spielt die Atmungsaktivität?
Gerade bei Menschen, die stark schwitzen, spielt die Atmungsaktivität eine entscheidende Rolle.
Dabei wird häufig nur auf die Füllung geachtet.
Tatsächlich beeinflusst auch der Bezugsstoff, wie gut Luft durch die Bettdecke zirkulieren kann.
Überraschend ist dabei, dass besonders feine und dicht gewebte Stoffe nicht automatisch die atmungsaktivsten sind. Ein einfacher Baumwoll-Perkal oder Renforcé kann luftdurchlässiger sein als ein dichter Satinbezug.
Der Oberstoff trägt deshalb ebenso zum Schlafklima bei wie die Füllung selbst.
Welche Füllung eignet sich?
Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht.
Jedes Material besitzt eigene Stärken.
Wildseide
Wildseide gehört zu den vielseitigsten Sommerfüllungen. Sie ist leicht, anschmiegsam, atmungsaktiv und besitzt gute temperaturausgleichende Eigenschaften. Deshalb eignet sie sich für viele Menschen, die eine natürliche Sommerdecke suchen.
Lyocell
Lyocell verbindet eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme mit guter Atmungsaktivität. Wer stark schwitzt, findet hier oft eine sehr überzeugende Lösung. Gleichzeitig lassen sich viele Lyocelldecken vergleichsweise unkompliziert waschen.
Daune
Daune wird häufig ausschließlich mit Winterdecken verbunden. Tatsächlich gibt es auch hervorragend geeignete Sommerdaunendecken. Entscheidend sind Füllmenge und Konstruktion. Trotzdem sehen wir die größten Stärken von Daune eher im Winterbereich.
Baumwolle
Baumwolle überzeugt vor allem dort, wo eine pflegeleichte oder kochwaschbare Bettdecke gefragt ist. Beim Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement gibt es jedoch Materialien, die im Sommer mehr leisten können.
Kamelhaar, Kaschmir und andere Naturhaare
Diese Materialien besitzen hervorragende temperaturausgleichende Eigenschaften und eignen sich besonders für Menschen, die ein ausgeglichenes Schlafklima schätzen.
Polylactide (PLA)
Polylactide sind pflanzenbasierte Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen. Moderne PLA-Füllungen verbinden ein geringes Gewicht mit guten Klimaeigenschaften und stellen heute eine interessante Alternative zu klassischen Faserfüllungen dar.
Besonderheit Wasserbett
Wer in einem Wasserbett schläft, sollte der Atmungsaktivität der Bettdecke besondere Aufmerksamkeit schenken. Anders als bei einer herkömmlichen Matratze kann die Luft kaum nach unten entweichen. Der Luft- und Feuchtigkeitsaustausch findet deshalb überwiegend über die Bettdecke statt.
Aus unserer Beratung empfehlen wir für Wasserbetten besonders atmungsaktive Materialien wie Wildseide, Lyocell oder Kamelhaar. Auch Wolle kann eine gute Wahl sein, fällt jedoch meist etwas weniger weich und anschmiegsam aus. Daunendecken sehen wir für Wasserbetten dagegen eher kritisch, da ihre Stärken weniger in einer möglichst hohen Luftdurchlässigkeit liegen.
Wie wichtig ist die Bettwäsche?
Erstaunlich wichtig.
Die Bettdecke macht nur einen Teil des gesamten Schlafsystems aus.
Auch Bettwäsche beeinflusst das Schlafklima erheblich.
Eine luftige Perkal-Bettwäsche fühlt sich im Sommer oft deutlich angenehmer an als eine schwere Biberbettwäsche – selbst wenn darunter dieselbe Sommerdecke liegt.
Gerade bei sehr leichten Sommerdecken lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die gesamte Kombination aus Bettdecke, Bezug und Bettwäsche.
Brauchen beide Partner dieselbe Bettdecke?
Überraschend viele Paare kaufen zwei identische Bettdecken. In der Praxis unterscheiden sich Wärmeempfinden und Schlafklima jedoch oft deutlich – selbst wenn beide im selben Schlafzimmer schlafen.
Wer nachts schnell friert, benötigt häufig einen anderen Wärmerückhalt als der Partner, dem regelmäßig zu warm ist. Zwei unterschiedliche Sommerdecken sind deshalb keineswegs ungewöhnlich, sondern oft die bessere Lösung.
Kann eine Sommerdecke verhindern, dass ich schwitze?
Nein.
Und genau das gehört zu einer ehrlichen Beratung.
Eine Sommerdecke kann den Wärmerückhalt reduzieren, Feuchtigkeit besser aufnehmen oder die Luftzirkulation verbessern.
Sie kann jedoch weder eine hohe Raumtemperatur noch gesundheitliche Ursachen beseitigen.
Deshalb versprechen wir bewusst nicht, dass eine bestimmte Sommerdecke nächtliches Schwitzen verhindert.
Unser Ziel ist vielmehr, gemeinsam die Bettdecke zu finden, die unter den gegebenen Voraussetzungen das angenehmste Schlafklima ermöglicht.
Reicht eine Sommerdecke aus?
Für viele Menschen genügt die Kombination aus einer Sommerdecke und einer Winterdecke vollkommen. Damit lassen sich die meisten Temperaturen im Jahresverlauf gut abdecken.
Wer sein Schlafklima noch feiner abstimmen möchte, ergänzt zusätzlich eine mittelwarme Übergangsdecke. Sie schließt die Lücke zwischen Sommer- und Winterdecke und kann besonders im Frühjahr und Herbst angenehm sein.
Notwendig ist eine dritte Bettdecke allerdings nicht. Wer mit einer Sommer- und einer Winterdecke gut zurechtkommt, muss sein Bettwarensortiment nicht erweitern. Zusätzliche Decken lohnen sich vor allem für Menschen, die ihr Schlafklima möglichst genau an die jeweilige Jahreszeit anpassen möchten und ausreichend Platz für die Aufbewahrung haben.
Fazit
Die beste Sommerdecke ist nicht zwangsläufig die leichteste oder die teuerste.
Entscheidend ist, welche Eigenschaften zu Ihrem persönlichen Wärmeempfinden, Ihrem Schlafzimmer und Ihren Schlafgewohnheiten passen.
Wer den geringsten Wärmerückhalt sucht, benötigt eine andere Bettdecke als jemand, der nachts zwischen Frieren und Schwitzen wechselt. Ebenso unterscheiden sich die Anforderungen an eine Decke für ein kühles Schlafzimmer deutlich von denen für eine warme Dachgeschosswohnung.
Eine gute Kaufentscheidung beginnt deshalb nicht mit der Frage nach dem Material, sondern mit der Frage, welche Anforderungen Ihre neue Sommerdecke erfüllen soll.